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persönlicher Kommentar

Falsche Freunde

Leserbrief von Vorstandsmitglied Anja Helmbrecht zur Berichterstattung über die Bauernproteste

Und die Bauern meinen, die Union und der linientreue Bauernverband sind ihre Freunde?

Da irren diese Landwirte gewaltig. Die seit Jahrzehnten von der CDU/CSU dominierte Agrarpolitik ist den Bauern nicht gut bekommen. Seit 1960 mussten 80 Prozent der Betriebe für immer schließen. Jedes Jahr werden es mehr. Schuld ist das Wachstumsdogma.  Seit Jahrzehnten bringen sie mehr Lebensmittel auf den Markt, als wir essen können. Auch der Export kann das nicht aufnehmen. Deshalb sinken die Preise. Die Agrarsubventionen verstärken den Trend zu „Wachse oder Weiche". Wer viel Land hat, bekommt viel Geld vom Steuerzahler. 

In Wirklichkeit ist die CDU/CSU samt Agrarlobby der Feind der Landwirte.

Die Bauern sollten sich lieber mit der alternativen Agrarbewegung, Umweltorganisationen und Tierschutzbund verbünden. Sie alle sprechen sich dafür aus, die bäuerliche Landwirtschaft zu stärken. Subventionen z.B. für mehr Tierwohl und weniger Gülle auf den Feldern.
Konventionelle Landwirtschaft verschmutzt das Grundwasser mit Nitrat. Sie ist auch einer der größten Verursacher von Treibhausgasen und maßgeblich Schuld am Artensterben.  
Eine Öko-Reform der Landwirtschaft würde dazu führen, dass weniger Nahrungsmittel produziert und Überschüsse abgebaut würden. Am Ende bekämen Landwirte endlich faire Preise. Die AbL steht dazu, die Globalisierung in der Landwirtschaft einzuhegen. Union und Bauernverband dagegen opfern kleine Betriebe auf dem Altar des ach so freien Marktes.

Die Landwirte müssen endlich aufhören, sich die falschen Freunde zu suchen. Sonst gibt es bald nur noch wenige Agrarfabriken – und keine Bauernhöfe mehr.

Dafür sollten sie demonstrieren.

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