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Pressemitteilung

Beton statt Bäume: Landshut schludert beim Hitzeschutz

DUH-Hitze-Check 2026 - Die Warnungen liegen auf dem Tisch

von links aus dem ÖDP Ortsvorstand: Stadträtin Elke März-Granda, Anja Helmbrecht-Schaar, Stadtrat Heiko Helmbrecht

Bereits vor einem Jahr hat der Stadtverband ÖDP Landshut nach dem Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe eindringlich vor den Folgen zunehmender Sommerhitze gewarnt. Damals erhielt Landshut die „Gelbe Karte“, weil erstmals nicht nur Grünflächen und Versiegelung betrachtet wurden, sondern auch die tatsächliche Hitzebelastung der Bevölkerung. Die ÖDP forderte mehr Begrünung, Entsiegelung und eine konsequente Umsetzung des Klimaanpassungskonzepts. (>>> siehe unsere Pressemeldung 2025)

Auch ein Jahr später fällt das Fazit ernüchternd aus: Die Klimakrise schreitet voran, doch bei der Anpassung der Stadt an diese Entwicklung geht vieles noch immer zu langsam. Der aktuelle DUH-Hitzecheck 2026 zeigt erneut deutliche Defizite. Landshut erhält wiederum lediglich eine mittlere Gesamtbewertung. Wirklich kritisch ist die rote Bewertung beim Versiegelungstrend! Gleichzeitig werden Baumschatten und Hitzebetroffenheit nur im orangenen Bereich bewertet. (Quelle: https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/hitze-check-2026-der-deutschen-umwelthilfe-fast-eine-million-baeume-aus-deutschen-staedten-verschwund/)
  
Auch alarmierend ist eine Zahl, die bislang kaum öffentlich diskutiert wird: Nach den Daten des DUH-Hitzechecks hat Landshut seit dem Jahr 2018 mehr als 1.450 Bäume verloren. “Während also über Klimaanpassung gesprochen wird, verschwinden damit Jahr für Jahr genau jene natürlichen Strukturen, die im Sommer Schatten spenden, die Luft kühlen und die Aufenthaltsqualität verbessern”, so Elke März-Granda, ÖDP Stadträtin.

„Alle Jahre wieder bestätigen neue Studien das gleiche Problem: Zu viel Beton, zu wenig Schatten und zu wenig Tempo bei der Klimaanpassung. Die Stadt verwaltet die Folgen der Klimakrise, statt ihnen entschlossen entgegenzutreten“, erklärt Vorstandsmitglied Anja Helmbrecht-Schaar.

Norbert Berthold, neu im ÖDP Vorstand, merkt an, “der Hitzecheck des Vorjahres zeigte bereits, dass rund 36 Prozent der Landshuter Bevölkerung überdurchschnittlich stark von Hitze betroffen sind, während nur sechs Prozent als gering betroffen gelten.” Die aktuellen Ergebnisse bestätigen damit, was viele Bürgerinnen und Bürger längst spüren und was ja eigentlich klar ist: Die Hitzebelastung konzentriert sich nicht auf die grünen Randbereiche der Stadt, sondern auf die dicht bebauten Wohn- und Arbeitsquartiere, wie die Innenstadt, das Nikolaviertel und das Industriebegiet. Die durchschnittliche Oberflächentemperatur in den besonders betroffenen Bereichen liegt bei über 33 Grad Celsius in den Sommermonaten.

Kritisch ist auch der geringe Beschirmungsgrad, also der klimawirksame Baumbestand auf dem Stadtgebiet von circa 22 Prozent. Nicht einmal ein Viertel der bebauten Fläche (Straßen, Plätze, Wohngebiete) wird durch Baumkronen vor Hitze geschützt. Damit sind fast 78 Prozent der Stadtfläche der Sonne im Sommer schutzlos ausgeliefert. 

Elke März-Granda sieht einen deutlichen Widerspruch in der bisherigen Stadtentwicklung. “Einerseits werden Klimaanpassungskonzepte, Klimaaktionspläne und Hitzeschutzstrategien beschlossen, andererseits nimmt die Flächenversiegelung weiter zu und es gehen schleichend jedes Jahr wertvolle Baumbestände verloren.”

“Gerade ältere Bäume können nicht schnell mal ersetzt werden, denn ihre Kühlleistung, die Verdunstungswirkung und Beschattung entstehen über Jahrzehnte. Wer heute einen alten Baum fällt, und morgen einen jungen Baum pflanzt, hat das Hitzeproblem nicht gelöst”, so Stadtratsmitglied Heiko Helmbrecht.

Deshalb werden wir ÖDPler uns in der Stadt starkmachen für:

  • eine verbindliche Entsiegelungsstrategie für öffentliche Flächen,
  • deutlich mehr Straßen- und Stadtbäume,
  • einen wirksamen Schutz bestehender Großbäume,
  • verbindliche Begrünungsvorgaben für Neubauten und größere Sanierungen,
  • mehr Trinkwasserbrunnen und Wasserelemente im öffentlichen Raum,
  • ein Netz ausgewiesener „Kühler Orte“ nach dem Vorbild anderer Städte,
  • eine verpflichtende Prüfung aller größeren Bauvorhaben auf ihre Auswirkungen auf das Stadtklima.

Als Fatal bewertet März-Granda dabei die anhaltende Nachverdichtung ohne ausreichende Berücksichtigung klimatischer Folgen. “Jeder zusätzliche Quadratmeter versiegelter Fläche verschärft die Hitzeprobleme der Zukunft.”

„Landshut profitiert heute noch von seinen Grünzügen, den Isarauen, der Flutmulde, dem Hofgarten und dem Stadtpark. Doch diese Grünstrukturen können die Defizite in den dicht bebauten Stadtquartieren nicht dauerhaft ausgleichen. Entscheidend ist, wie heiß es ist wo Menschen wohnen, arbeiten und einkaufen – und dort fehlt vielerorts weiterhin Schatten und kühlendes Grün.“ fasst Helmbrecht zusammen.

Die ÖDP fordert deshalb, den Hitze-Check nicht als bloße Statistik zu betrachten, sondern als Handlungsauftrag. Hitzeschutz sei keine freiwillige Verschönerungsmaßnahme, sondern eine zentrale Aufgabe kommunaler Daseinsvorsorge und Gesundheitsvorsorge.

Die Gelbe Karte war bereits 2025 eine Warnung. Der Hitze-Check 2026 zeigt: Gewarnt wurde genug. Wenn Landshut seit 2018 mehr als 1.450 Bäume verloren hat und gleichzeitig die Versiegelung weiter zunimmt, muss endlich gehandelt werden!

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